Der Streik der Erzieherinnen ist nicht allein Ausdruck von Unzufriedenheit. Er ist der Vorbote eines bildungspolitischen Bebens, einer längst überfälligen Strukturbereinigung im Bildungswesen. Der Kindergarten ist keine Bewahranstalt mehr, sondern erfüllt einen Bildungs- und Erziehungsauftrag. In Zeiten des Zerfalls der Familien, der zunehmenden „Einkindelternschaft“, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der Chancengleichheit von Frauen muss das Vorschulwesen für Kinder anders definiert, strukturiert und sinnvoll in die Bildungslandschaft eingefügt werden. Es ist bekannt, dass in den ersten Lebensjahren die Grundlagen für das Wohl des Kindes gelegt werden. Versäumnisse und Fehler kommen später in Form von Reparaturmaßnahmen wie Jugendhilfe teuer zu stehen. Deshalb sollte das Geld in die Vorschulbetreuung gesteckt werden. Auf Dauer kommt dies billiger und schafft eher Chancengleichheit für alle Kinder ohne Rücksicht auf deren Herkunft. Bei einer solchen Umgestaltung der Bildungslandschaft, die mit den Kindertagesstätten beginnt, sich über Ganztagsbetreuung in den Schulen und der Auflösung von strikten Gliederungen fortsetzt, die Vernetzung von Schulen und Vereinen intensiviert, muss auch die Aufgabenstellung der Erzieherinnen neu bewertet und (besser) vergütet werden. Der Appell an die Politik: Überlasst dieses Manko nicht den Tarifvertragsparteien, quasi als Stellvertreterkrieg, sondern geht endlich die große Bildungsreform an, unserer Zukunft zuliebe.
Leserbrief zum Kita-Streik
Finanzen
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Die Welt steht am Rande eines Handelskriegs neuen Ausmaßes. Trump zieht die Zollschraube an – und das mit historischen Konsequenzen für Märkte, Wirtschaft und Verbraucher. Während Aktienkurse auf Talfahrt sind, glänzen Gold, Öl und Kupfer. In dieser Folge zeige ich dir, welche Chancen sich jetzt ergeben, welche Korrekturen gesund sind und worauf es beim Einstieg ankommt – bei Gold, Bitcoin und Co. […]
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